Tag 1: Das Erdgeschoss steht

Monatelang war dieses Haus eine Zeichnung. Seit heute Abend steht sein Erdgeschoss.

Am Morgen kamen die Tieflader mit den CLT-Elementen unseres RAN – just in time, denn massive Holzwände lagert man nicht wochenlang auf der Baustelle, man montiert sie. Jedes Element wurde im Werk millimetergenau abgebunden: Fenster- und Türöffnungen sind vorgeschnitten, Leitungsführungen vorbereitet, jede Wand trägt ihre Positionsnummer. Die Montagereihenfolge stand fest, bevor der erste Kranhub begann.

Auf der Baustelle greift dann eines ins andere. Der Kran hebt das Element ein, das Team richtet es in Lot und Flucht aus, dann wird es kraftschlüssig mit Bodenplatte und Nachbarelementen verschraubt. Auf die Genauigkeit kommt es jetzt an: Was im Erdgeschoss um wenige Millimeter abweicht, summiert sich zwei Geschosse höher zu einem Problem. Deshalb wird jedes Element eingemessen, bevor das Nächste hängt. Ebenso wichtig, aber unsichtbar: die Fugendichtbänder in allen Anschlüssen. Sie machen die Gebäudehülle luftdicht – die Grundlage dafür, dass das Energiekonzept später rechnet, was es verspricht.

Bis zum Nachmittag stand das komplette Erdgeschoss, danach haben wir mit dem Obergeschoss begonnen. Alles lief wie geplant – was bei dieser Bauweise kein Zufall ist, sondern der Punkt: Die Präzision steckt in der Vorfertigung, die Baustelle führt sie nur noch aus.

So geht es in diesem Tempo weiter. Am Freitag, nach fünf Montagetagen, steht der Rohbau – mit abgedichtetem Dach, eingesetzten Fenstern und Türen. Dann feiern wir Richtfest, und ab nächster Woche beginnt der Innenausbau in einem Haus, das bereits dicht ist.

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