Tag 3: Was man später nicht mehr sieht

Gestern ging es um das, was man am fertigen Haus nicht mehr sieht – aber jeden Tag spürt.

Die letzten Elementfugen wurden mit Luftdichtungsband verklebt. Damit ist die luftdichte Ebene des Hauses geschlossen. Das ist mehr als eine Formalie: Unkontrollierte Luftströmung durch die Hülle bedeutet Energieverlust und trägt Feuchtigkeit in die Konstruktion. Eine sauber geschlossene luftdichte Ebene ist die Grundlage dafür, dass das Energiekonzept im Alltag hält, was es auf dem Papier verspricht.

Am Sockel haben wir die Perimeterdämmung gesetzt und die Sockelzone mit mineralischer Dichtungsschlämme abgedichtet, geschützt durch eine Noppenbahn. Der Sockel ist die am stärksten beanspruchte Zone des Hauses – Spritzwasser, Erdfeuchte, Frost. Unser Grundsatz bleibt derselbe wie schon bei der Bodenplatte: Holz und Feuchte werden konsequent getrennt. Das Massivholz steht dauerhaft im Trockenen.

Weiter oben bekommt die Fassade ihre Holzfaserdämmplatten – auf Maß geschnitten und mit Tellerdübeln verankert. Holz auf Holz: diffusionsoffen, sodass die Wand Feuchtigkeit regulieren kann, und im Sommer ein wirksamer Hitzeschutz, weil Holzfaser Wärme deutlich länger puffert als leichte Dämmstoffe.

Wie angekündigt wurden auch die Fenster montiert – mit umlaufendem Anschlussband, damit der Übergang zwischen Fenster und Wand genauso dicht ist wie die Wand selbst. Die beste Dämmung nützt wenig, wenn ihre Anschlüsse nachlässig ausgeführt sind; deshalb gilt hier dieselbe Sorgfalt wie in der Fläche.

Im Erdgeschoss hat parallel der Elektriker alle Leitungen verlegt – so geführt, dass das Sichtholz sichtbar bleibt. In einem Massivholzhaus wird die Elektroplanung früh und genau gemacht, denn nachträgliche Korrekturen an sichtbaren Oberflächen verzeihen nichts.

Am Abend dann dieses Licht auf dem Brettsperrholz. Manchmal erklärt sich ein Baustoff von selbst.

Morgen feiern wir Richtfest – ab 15 Uhr, direkt an der Baustelle, mit Richtspruch, Bratwurst und Getränken. Kommen Sie vorbei und sehen Sie sich an, was hier in vier Tagen entstanden ist. Und wer das fertige Haus erleben möchte: Am 31. Oktober öffnen wir die Türen – Besichtigungstermine gibt es bereits auf unserer Musterhaus-Seite.