Die unspektakulärste Phase eines Hausbaus ist eine der wichtigsten. Seit Mitte Juli arbeiten wir am Boden – und zwar buchstäblich.

Zuerst wurde das Grundstück beräumt und der Oberboden abgetragen. Mutterboden gehört nicht unter ein Haus: Er ist setzungsempfindlich und zu wertvoll, um darunter zu verschwinden. Er lagert jetzt seitlich auf Mieten und wird später für die Außenanlagen wiederverwendet.
Dann kam die Technik unter die Erde. In den Leitungsgräben liegen inzwischen die Abwasserleitungen mit sauberem Gefälle, die Trinkwasserleitung und die Leerrohre für Strom und Datenleitungen – frostfrei verlegt, in ein Sandbett eingebettet, eingemessen und dokumentiert. Was hier ordentlich geplant wird, muss später nie wieder aufgegraben werden.

Für die Gründung wurde der Fundamentgraben ausgehoben, der die künftige Bodenplatte einfasst. Die Bewehrungskörbe aus Betonstahl liegen bereits: Sie sorgen dafür, dass die Frostschürze Zugkräfte aufnehmen kann. Die Frostschürze führt die Gründung auf frostfreie Tiefe – damit sich unter der Platte auch im strengsten Winter kein Frost ausbreiten und den Boden anheben kann.
Zum Schluss wurde die Fläche mit einer kapillarbrechenden Schotterschicht aufgefüllt und verdichtet. Sie trägt die Lasten ab und verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Erdreich nach oben steigt.
Man sieht von alledem später: nichts. Und genau daran erkennt man gute Erdarbeiten.